Existenzgründung als Einzelhändler - was gibts zu beachten ?

Der erste und wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Existenzgründung im Einzelhandel ist eine gewissenhafte und sinnvolle Planung. Hierfür ist eine Vielzahl an Informationen erforderlich, die eingeholt werden sollten, bevor Verträge unterschrieben werden.

Der Standort des Geschäfts kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Bevor eine Immobilie angemietet oder erworben wird, sollte Klarheit über die Passantenfrequenz bestehen. Frequenzbringer wie Cafés, Kaufhäuser oder kulturelle Einrichtungen sorgen für Laufkundschaft. Im besten Fall ergänzen die umliegenden Geschäfte ihr Sortiment gegenseitig und konkurrieren nicht miteinander. Das neue Ladengeschäft sollte auch von der Aufmachung zum Besatz passen. Außerdem sollte das Geschäft möglichst leicht erreichbar sein. Eine gute Anbindung an den ÖPNV und eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen sind hilfreich. Auch das Kaufkraftniveau im unmittelbaren Umfeld und das Einzugsgebiet sollten in die Planung einfließen. Informationen hierzu gibt es bei Wirtschaftsförderungsämtern und Einzelhandelsverbänden. Gespräche mit Vermieter oder benachbarten Händlern geben über einen häufigen Inhaberwechsel Auskunft. Bei der Immobilie selbst sollte ein guter baulicher Zustand, angemessene Kosten, eine geeignete Schaufensterfläche und ein übersichtlicher und ausreichend großer Verkaufs- und Lagerraum beachtet werden.

Neben dem Geschäftsraum ist das Warenangebot ein weiterer entscheidender Faktor. Branchenveröffentlichungen und Branchenfachverbände ermöglichen es, das zukünftige Verbraucherverhalten und die Entwicklung der Branche einzuschätzen. Der Warenbestand bindet dauerhaft Kapital und sollte deswegen langfristig finanziert sein. Kennziffern wie Warenbestand je qm Verkaufsfläche und Lagerumschlag ermöglichen eine Einschätzung der benötigten Handelsware. Betriebsvergleiche, die sowohl von öffentlichen (Bundesanstalt für Statistik, Finanzbehörden) und privaten Stellen (DATEV, IfH) angeboten werden, helfen dabei diese Kennzahlen zu ermitteln.

Alleinstellungsmerkmale sollten im Vorfeld festgelegt werden und auf die potenzielle Kundschaft abgestimmt sein. Discountorientierung, Smart Shopping, Convenience und Erlebnisorientierung sind derzeit die gängigsten Strategien. Eine gut durchdachte Strategie zur Etablierung des Einzelhändlers und den von ihm gebotenen Leistungen im Sinne einer eigenen Marke gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Hierzu zählen zum Beispiel gut auf das Logo abgestimmte Einrichtung oder eigene individuell gestaltete Tragetaschen. Ein deutliches Profil hilft, sich gegen die Konkurrenz abzugrenzen. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit ähnlichen Anbietern inzwischen fast unausweichlich bzw. notwendig geworden. Einkaufsgemeinschaften und Franchiseunternehmen helfen dabei, den starken Wettbewerbsdruck durch günstigere Einkaufspreise abzuschwächen.